Ob man seine Projekte als YouTube-Video dokumentiert, als Blog-Posting oder als was-auch-immer - neben der Unterhaltung hat sowas ja auch einen ganz praktischen Zweck:
Sich später wieder erinnern können, wie das nochmal war. 🤔
Zum Beispiel falls jemand nach Details fragt, oder man selbst nochmal am Projekt was ändern möchte.
Blöd ist's dann, wenn man schon gleich wieder tausend anderen Missionen nachgeht und die Doku auf die lange Bank schiebt. 😅
Was mir jetzt mit einem Projekt passiert ist, welches ich eigentlich schon seit knapp einem halben Jahr fertig habe.
Ich versuche es trotzdem mal zu rekapitulieren...
Und zwar habe ich dieses schräge USB-Gadget aus dem Jahr 2002 wieder zum Laufen gebracht und eine neue Software dafür geschrieben:
MITSUMI PC Mascot
Der (oder das?) Mitsumi PC-Mascot war ein Robotervogel, mit beweglichem Kopf und Flügeln und Sprachausgabe auf einem integrierten Lautsprecher. Man konnte ihn an seinen PC anschließen, wo er dann E-Mails vorliest, an Termine erinnert oder einfach rumplappert.
In den 2000er war Sprachausgabe am PC eine Weile ein Hype und auch ich hatte mich ja damals in meiner Technikerarbeit damit befasst.
Und dieser PC-Papagei war nun eben Mitsumis (etwas kuriose) Idee zu dem Thema.
Nur halt nicht zur Bespaßung von Kindern gedacht, sondern ernsthaft als persönlicher Assistent am Büroschreibtisch. 😂
Ich habe dieses wunderliche Produkt einer vergangenen Zeit jedenfalls noch in seiner Originalverpackung eines Abends bei eBay gefunden und weil sonderbare Hardware unwiderstehlich auf mich wirkt, auch direkt gekauft. 😆
Noch ahnte ich da nicht, wie lange es mich beschäftigen würde...
Denn nachdem ich es mit einem zeitgemäßen WindowsXP-Rechner wieder zum Laufen bekommen hatte und vom Funktionsumfang nicht sonderlich beeindruckt war, kam ich auf die Idee, den komischen Vogel mal zu hacken und mir eine eigene Steuersoftware dafür zu schreiben, die auch auf einem modernen Windows läuft. 😅
Die neue Software ist natürlich auch längst fertig und liegt schon seit ein paar Monaten auf GitHub als Open Source.
E-Mails vorlesen kann man damit nun zwar nicht mehr, aber dafür Winamp steuern 🎵 (praktisch, wenn man gerade am Zocken ist und die Tastatur keine Multimediatasten hat).
Meine neue Software für den PC-Mascot läuft auf Windows XP bis Windows 10
Und weil das offenbar noch nicht genug war, habe ich nun noch ein YouTube-Video zu dem Mitsumi PC-Mascot und dem ganzen Projekt gemacht:
Und weil das offenbar immer noch nicht genug war, gibt's am Ende des Videos noch ein fiebertraumartiges Musikstück, wo ich den komischen Vogel ein komisches Liedchen singen lasse ... 😉🤪😅
So kann ein vermeintlich kleines Ding manchmal doch über lange Zeit für viel Bespaßung sorgen.
Auf der Retro-LAN 7 hatte ich als Zweitsystem (falls der eigentliche Rechner den Geist aufgibt) meinen iMac-PC mit - einen Komplettumbau eines iMac G3 aus dem Jahr 2001 zum Retro-PC mit Windows XP:
Zwar hatte ich bislang nie was mit der Apple-Religion und deren Produkten am Hut, aber letztes Jahr hatte ich mich ein bisschen mit Computerdesign beschäftigt und da kommt man natürlich nicht an diesem ikonischen Design vorbei.
Tja, und eh' ich mich versah, hatte ich mir so ein Teil via Kleinanzeigen beschafft. 😅
Und irgendwie hatte ich kurz darauf dann plötzlich schon zwei Exemplare von dieser Sorte bei mir stehen ... Manchmal häuft sich hier auf geradezu unerklärliche Weise Hardware in meinem Bastelkeller an... 🙈
Jedenfalls sind zwei iMacs dann doch irgendwie einer zu viel und ich beschloss einen davon zum Windows-PC umzubauen.
Das ist an und für sich keine neue Idee und entsprechende Umbauprojekte gab es seit der Markteinführung der iMacs zuhauf, aber allen gemein war, dass die Bildröhre ausgebaut und durch einen Flachbildschirm ersetzt wurde. Im so freigewordenen Raum findet sich dann genug Platz für PC-Hardware.
Ohne Bildröhre wäre hier viel Raum für PC-Kram.
Ich wollte aber die Bildröhre auf jeden Fall beibehalten und das Erscheinungsbild des iMacs so wenig wie möglich verändern.
Das schränkt dann etwas ein. Vor allem den Bauraum.
Ich habe darum das gleiche kleine ITX-Mainboard wie schon beim Toaster-PC verwendet und nach einigem Runden "Das passt da niemals noch mit rein!" die ganze PC-Hardware einschließlich Grafikkarte, Netzteil und Kabelsalat doch noch irgendwie untergebracht:
Fast so vollgestopft, wie im Toaster
Für den Anschluss einer iMac-Bildröhre an eine Grafikkarte gibt es praktischerweise ein Projekt auf Github samt Nachbauanleitung um aus einem iMac einen VGA-Röhrenmonitor zu basteln. Das kam mir sehr gelegen, statt mühsam selber herausfinden zu müssen wie und wo die Signale verlaufen.
Das Hauptproblem war aber eigentlich, dass die Bildröhre nur gaaanz bestimmte Auflösungen bei gaaanz bestimmten Frequenzen als Eingangssignal akzeptiert und andernfalls einfach stoisch aus bleibt. Apple halt. 🙄
Für einen Gaming-PC, bei dem ständig zwischen verschiedenen Bildmodi der Spiele gewechselt wird, ist das natürlich überhaupt nicht gangbar.
Mit viel Glück und Zufall habe ich jedoch auf eBay einen Konverter gefunden, der beliebige Eingangssignale auf das geforderte Ausgangssignal umformt, nicht zu groß ist und obendrein aus der gleichen Zeit stammt, wie der Rest der Hardware.
Es wurde früher verwendet, um unkompliziert unterschiedliche Notebooks von Dozenten/Vortragenden/etc. mit einem Beamer zu verbinden.
Der Konverter verzögert das Bildsignal natürlich etwas, was man bei Egoshootern durchaus merkt, aber das war quasi das fehlende, rettende Puzzlestück für dieses Projekt. 😊
Letztlich ist nun so ein einzigartiger Retro-Rechner entstanden, welcher das legendäre Design des iMacs mit dem guten alten Windows XP verbindet:
Hack-Mac: Komplettumbau vom iMac zum WindowsXP-PC (falls das Video hier nicht lädt, gibt's das auch auf Youtube)
Zum inzwischen dritten Mal haben wir am vergangenen Wochenende die Oldschool-LAN-Party gemacht, wobei "oldschool" bedeutet im Netzwerk miteinander/gegeneinander alte Spiele aus den 2000ern auf alten PCs aus den 2000ern zu zocken.
Und an entsprechenden PCs habe ich einiges aufgetischt:
Im Laufe der letzten zwei, drei Jahre habe ich ein paar schöne Retro-Rechner gebaut...... und auch die Zahl der Röhrenmonitore ist gegenüber letztem Mal angewachsen.
Somit ist nun eine richtig authentische Oldschool-LAN-Atmosphäre gegeben! 😊
Da die Zahl der Mitspielenden wie schon letztes Mal vorab etwas unklar war, habe ich im Wohnzimmer noch fix eine "Außenstelle" mit zwei Rechnern aufgebaut.
Und mit einer "Chillout-Ecke" mit PlayStation2:
Hier lief meistens Dragon Ball oder Tekken
Als weitere Neuerung gab es diesmal einen richtigen, zeitgerechten, Windows 2003 Server, welcher nicht nur als DHCP und Fileserver fungierte, sondern auch als dedizierter Spiele-Server Quake3, Counter-Strike und UT99 laufen ließ. 😎
Am meisten gespielt haben wir dann aber Diablo II. Stundenlang, bis in die Nacht...
Auch ansonsten wieder wie immer: viel Spaß, alte Spiele zocken und Fachsimpeln und in Erinnerungen schwelgen bei reichlich Pizza und Junkfood. 😅
Nur mein Bruder hatte das Ernährungskonzept auf LAN-Parties irgendwie nicht so recht verinnerlicht und fing dann plötzlich mitten in der Nacht an, Teig für Körnerbrötchen zu machen:
🤣
Die alten PCs haben die LAN relativ gut mitgemacht. Nur der Zebra-Rechner von der Retro-LAN VII war schon wieder zickig und musste zwischendurch durch einen Ersatzrechner ausgewechselt werden.
Und der Toaster-PC hatte einen nervig-lauten Lüfter, so dass auch dieser spontan abgelöst wurde. - Jedoch war auf dem Tisch kein Platz mehr und das Monitorkabel ein paar Zentimeter zu kurz bis zum Rechner unter dem Tisch. Also haben wir den Ersatzrechner kurzerhand auf den Kopf gestellt um die Grafikkarte das fehlende Stück näher zum Monitor zu bringen:
So geht's auch.
Nachdem ich am Freitag den halben Tag mit Aufbau beschäftigt war, gilt es nun alles wieder aufzuräumen und in Küche und Wohnzimmer den Normalzustand wiederherzustellen...
Das alles und noch viel mehr muss jetzt wieder an seinen Platz finden! 😫
Da nicht jeder in gleichem Maße mit dem Retro-Gaming-Virus angesteckt ist, sind Leihrechner für Gäste für diese Art von LAN-Party schon sinnvoll, aber bei der Menge an Hardware ist das inzwischen auch ganz schön viel Auf- & Abbauarbeit.
Konzeptuell muss ich mir da also wohl mal etwas überlegen, damit die Oldschool-LAN weiter wachsen kann. 🤔
Jedes Jahr ab dem Frühling kommen jeden Morgen die Tauben und kacken uns auf den Balkon. 😠
Nach langem Kampf um die Lufthoheit habe ich nun aufgerüstet!
An den Balken, wo die Tauben am liebsten sitzen, komme ich ohne riesige Leiter und waghalsiger Aktion leider nicht hin, um dort ein Netz oder Gitter zu installieren.
Fast vier Jahre lang war darum mein DIY-Wasserwerfer mit Bewegungssensor am Balkon montiert und auf den Kackbalken gerichtet.
Das hat im Prinzip ganz gut funktioniert.
Allerdings löst der Bewegungssensor auch gerne mal aus, wenn bloß ein bisschen Wind die Büsche im Garten wackeln lässt oder sonstwas als vermeintliche Bewegung registriert wird.
Somit ist erstens der Wassereimer für die Pumpe oft schnell leer - und ihn ständig nachzufüllen wird mir zu lästig.
Und zweitens haben wir jetzt eine Terrasse unter dem Balkon - von oben mit Wasser begossen zu werden ist zwar besser als von oben bekackt zu werden, aber auch irgendwie keine tolle Lösung.
Also habe ich nun eine andere Idee, damals von Frau Gemahlin als zu teuer und zu martialisch befunden, endlich doch noch umgesetzt:
Eine vollautomatische Sentry Gun, die über Bilderkennung die Tauben erkennt und in einem Hagel aus Schaumstoffpfeilen untergehen lässt. 😈
Ich hatte ja gehofft, dass die Wasserspritze reichen würde, die Tauben nachhaltig vom Balkon fern zu halten.
Das war leider ein Irrtum, denn die Superpower von Tauben ist sture Hartnäckigkeit. Sie versuchen es einfach immer und immer wieder.
Aber meine Superpower ist Technik! 😎
Bei dieser Bastel-Kanone handelt es sich um ein älteres NERF-Modell mit Elektromotor zum Feuern. Der Motor wird bei mir über ein Relais von einem Mini-Computer (Raspberry Pi Zero 2W) ausgelöst, welcher mit einer Kamera den Balken im Blick hat und über Bilderkennung die Anwesenheit von Federvieh feststellt:
Taube erkannt und klar zum Abschuss
Über eine Webseite kann ich zudem das Geschehen live verfolgen und kann auch manuell das Feuer eröffnen:
Der Motor der NERF-Gun ist laut und macht beim Abfeuern ein krachendes Geräusch, selbst wenn gar kein Magazin eingelegt ist.
Das reicht schon, um die Tauben zu verscheuchen - bequemerweise brauche ich also nicht mal Pfeile einlegen und sie später wieder im Garten aufsammeln. Und um "Kollateralschäden" durch aufgeschreckte Nachbarn zu vermeiden, habe ich außerdem eine nächtliche Waffenruhe einprogrammiert. Also saubere Kriegsführung hier.
Und ja, einfach ein Gitter oder Netz zu installieren wäre wahrscheinlich sinnvoller als wortwörtlich "mit Kanonen auf Spatzen" zu schießen, aber irgendwo und irgendwie muss man ja seine Superpower auch mal ausleben können. 😉