Letztes Jahr schon dachte ich mir, dass ich die Seite zur Oldschool-LAN mal etwas professioneller aufziehen und auf einer eigenen Domain unterbringen sollte, anstatt das hier auf einer Subdomain von cypax.net zu hosten.
Aber wie das halt mit "man-sollte-mal"-Dingen so ist, vergeht da manchmal etwas Zeit und daher habe ich mich erst neulich wieder mit dem Thema befasst, denn die nächste LAN-Party ist für den September vorgesehen.
Also habe ich eine schöne Oldschool-Webseite entworfen. Und als dann alles fertig war und ich mir die passende Oldschool-LAN-Domain reservieren wollte:
Die Domain oldschool-lan.de ist bereits vergeben. Bitte wählen sie eine andere Domain. 😱 Nooooo!
Jetzt hat mir die ernsthaft jemand weggesnackt! Vor einem Jahr, war die noch frei! 😟
So ein &'!%§# !
Und wenn man sich deren Fotos auf oldschool-lan.de anschaut, dann machen die da nicht mal "Oldschool" sondern sitzen mit bunt leuchtenden RGB-Kopfhörern vor Curved-Gamingmonitoren an modernen Rechnern. Und machen halt so 'ne Art Spieleabend mit alten Games.
Oh boy...🤦♂️
Anscheinend machen die das auch schon länger unter dem Titel und wenigstens scheinen sie ihren Spaß zu haben. Dann sei es so.
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Für die richtige Oldschool-LAN brauchte es nun aber einen neuen Titel. Und zwar:
★ Floppy-LAN ★
Lässt sich leider nicht so schön als Adjektiv verwenden wie "oldschool", aber dafür bietet sich eine Floppy prima als Maskottchen an und bei Disketten weiß auch direkt jeder, um welche Epoche es geht (außer Gen-Alpha vielleicht).
"Floppy-LAN" umschreibt sogar direkt den zeitlichen Rahmen unserer LANs: Disketten sind gegen 2005 allmählich ausgestorben und LAN-Partys gab es so richtig erst gegen Ende der 90er.
Insofern ist das letztlich eigentlich gar kein so schlechter Titel. 🙂
Ich habe also die Webseite nochmal umgeschrieben, umgebaut, umgestylt und was dabei nun herauskam kann sich sehen lassen:
Screenshot von floppy-lan.deStatt einer verstecken Unterseite von cypax.net gibt's unter floppy-lan.de nun endlich eine ordentliche LAN-Party-Webseite, die so richtig Lust auf LAN wie früher macht und zu genau dem Zeitreise-Feeling einlädt, das unsere LAN-Partys ausmacht. 🤩
Das Design - wahlweise im Look von Windows XP oder Windows 98 - trägt dazu schon mal bei, aber es gibt auch
einen großen Abschnitt zur PC-Technik von damals mit Hardware-Tipps, Beispielen, Leihrechnern, usw.,
Vorstellungen der Games, die wir üblicherweise spielen,
neu überarbeitete FAQs, die keine Frage mehr offen lassen,
und so weiter...
Das Konzept von Oldschool-LAN Floppy-LAN ist nun so, dass man sich zuerst auf floppy-lan.de als Interessent für die Teilnahme anmeldet und dann von uns in eine Signal-Gruppe eingeladen wird, wo wir alles Weitere besprechen.
Denn das hatte bei den letzten LAN-Partys im Vorfeld unnötig Aufwand produziert: mit jedem im Einzelgespräch in einer Handvoll unterschiedlicher Messenger abzuklären wer/wann/wo/wie dazu kommt. - Nun läuft das alles professioneller.
Also, wenn du aus Freiburg und Umgebung kommst und Lust hättest, mal LAN-Party wie früher zu machen - mit richtigen, authentischen Rechnern und den Games aus jener Zeit - dann schau mal auf floppy-lan.de vorbei und melde dich an. 😊
Ob man seine Projekte als YouTube-Video dokumentiert, als Blog-Posting oder als was-auch-immer - neben der Unterhaltung hat sowas ja auch einen ganz praktischen Zweck:
Sich später wieder erinnern können, wie das nochmal war. 🤔
Zum Beispiel falls jemand nach Details fragt, oder man selbst nochmal am Projekt was ändern möchte.
Blöd ist's dann, wenn man schon gleich wieder tausend anderen Missionen nachgeht und die Doku auf die lange Bank schiebt. 😅
Was mir jetzt mit einem Projekt passiert ist, welches ich eigentlich schon seit knapp einem halben Jahr fertig habe.
Ich versuche es trotzdem mal zu rekapitulieren...
Und zwar habe ich dieses schräge USB-Gadget aus dem Jahr 2002 wieder zum Laufen gebracht und eine neue Software dafür geschrieben:
MITSUMI PC Mascot
Der (oder das?) Mitsumi PC-Mascot war ein Robotervogel, mit beweglichem Kopf und Flügeln und Sprachausgabe auf einem integrierten Lautsprecher. Man konnte ihn an seinen PC anschließen, wo er dann E-Mails vorliest, an Termine erinnert oder einfach rumplappert.
In den 2000er war Sprachausgabe am PC eine Weile ein Hype und auch ich hatte mich ja damals in meiner Technikerarbeit damit befasst.
Und dieser PC-Papagei war nun eben Mitsumis (etwas kuriose) Idee zu dem Thema.
Nur halt nicht zur Bespaßung von Kindern gedacht, sondern ernsthaft als persönlicher Assistent am Büroschreibtisch. 😂
Ich habe dieses wunderliche Produkt einer vergangenen Zeit jedenfalls noch in seiner Originalverpackung eines Abends bei eBay gefunden und weil sonderbare Hardware unwiderstehlich auf mich wirkt, auch direkt gekauft. 😆
Noch ahnte ich da nicht, wie lange es mich beschäftigen würde...
Denn nachdem ich es mit einem zeitgemäßen WindowsXP-Rechner wieder zum Laufen bekommen hatte und vom Funktionsumfang nicht sonderlich beeindruckt war, kam ich auf die Idee, den komischen Vogel mal zu hacken und mir eine eigene Steuersoftware dafür zu schreiben, die auch auf einem modernen Windows läuft. 😅
Die neue Software ist natürlich auch längst fertig und liegt schon seit ein paar Monaten auf GitHub als Open Source.
E-Mails vorlesen kann man damit nun zwar nicht mehr, aber dafür Winamp steuern 🎵 (praktisch, wenn man gerade am Zocken ist und die Tastatur keine Multimediatasten hat).
Meine neue Software für den PC-Mascot läuft auf Windows XP bis Windows 10
Und weil das offenbar noch nicht genug war, habe ich nun noch ein YouTube-Video zu dem Mitsumi PC-Mascot und dem ganzen Projekt gemacht:
Und weil das offenbar immer noch nicht genug war, gibt's am Ende des Videos noch ein fiebertraumartiges Musikstück, wo ich den komischen Vogel ein komisches Liedchen singen lasse ... 😉🤪😅
So kann ein vermeintlich kleines Ding manchmal doch über lange Zeit für viel Bespaßung sorgen.
Auf der Retro-LAN 7 hatte ich als Zweitsystem (falls der eigentliche Rechner den Geist aufgibt) meinen iMac-PC mit - einen Komplettumbau eines iMac G3 aus dem Jahr 2001 zum Retro-PC mit Windows XP:
Zwar hatte ich bislang nie was mit der Apple-Religion und deren Produkten am Hut, aber letztes Jahr hatte ich mich ein bisschen mit Computerdesign beschäftigt und da kommt man natürlich nicht an diesem ikonischen Design vorbei.
Tja, und eh' ich mich versah, hatte ich mir so ein Teil via Kleinanzeigen beschafft. 😅
Und irgendwie hatte ich kurz darauf dann plötzlich schon zwei Exemplare von dieser Sorte bei mir stehen ... Manchmal häuft sich hier auf geradezu unerklärliche Weise Hardware in meinem Bastelkeller an... 🙈
Jedenfalls sind zwei iMacs dann doch irgendwie einer zu viel und ich beschloss einen davon zum Windows-PC umzubauen.
Das ist an und für sich keine neue Idee und entsprechende Umbauprojekte gab es seit der Markteinführung der iMacs zuhauf, aber allen gemein war, dass die Bildröhre ausgebaut und durch einen Flachbildschirm ersetzt wurde. Im so freigewordenen Raum findet sich dann genug Platz für PC-Hardware.
Ohne Bildröhre wäre hier viel Raum für PC-Kram.
Ich wollte aber die Bildröhre auf jeden Fall beibehalten und das Erscheinungsbild des iMacs so wenig wie möglich verändern.
Das schränkt dann etwas ein. Vor allem den Bauraum.
Ich habe darum das gleiche kleine ITX-Mainboard wie schon beim Toaster-PC verwendet und nach einigem Runden "Das passt da niemals noch mit rein!" die ganze PC-Hardware einschließlich Grafikkarte, Netzteil und Kabelsalat doch noch irgendwie untergebracht:
Fast so vollgestopft, wie im Toaster
Für den Anschluss einer iMac-Bildröhre an eine Grafikkarte gibt es praktischerweise ein Projekt auf Github samt Nachbauanleitung um aus einem iMac einen VGA-Röhrenmonitor zu basteln. Das kam mir sehr gelegen, statt mühsam selber herausfinden zu müssen wie und wo die Signale verlaufen.
Das Hauptproblem war aber eigentlich, dass die Bildröhre nur gaaanz bestimmte Auflösungen bei gaaanz bestimmten Frequenzen als Eingangssignal akzeptiert und andernfalls einfach stoisch aus bleibt. Apple halt. 🙄
Für einen Gaming-PC, bei dem ständig zwischen verschiedenen Bildmodi der Spiele gewechselt wird, ist das natürlich überhaupt nicht gangbar.
Mit viel Glück und Zufall habe ich jedoch auf eBay einen Konverter gefunden, der beliebige Eingangssignale auf das geforderte Ausgangssignal umformt, nicht zu groß ist und obendrein aus der gleichen Zeit stammt, wie der Rest der Hardware.
Es wurde früher verwendet, um unkompliziert unterschiedliche Notebooks von Dozenten/Vortragenden/etc. mit einem Beamer zu verbinden.
Der Konverter verzögert das Bildsignal natürlich etwas, was man bei Egoshootern durchaus merkt, aber das war quasi das fehlende, rettende Puzzlestück für dieses Projekt. 😊
Letztlich ist nun so ein einzigartiger Retro-Rechner entstanden, welcher das legendäre Design des iMacs mit dem guten alten Windows XP verbindet:
Hack-Mac: Komplettumbau vom iMac zum WindowsXP-PC (falls das Video hier nicht lädt, gibt's das auch auf Youtube)
Zum inzwischen dritten Mal haben wir am vergangenen Wochenende die Oldschool-LAN-Party gemacht, wobei "oldschool" bedeutet im Netzwerk miteinander/gegeneinander alte Spiele aus den 2000ern auf alten PCs aus den 2000ern zu zocken.
Und an entsprechenden PCs habe ich einiges aufgetischt:
Im Laufe der letzten zwei, drei Jahre habe ich ein paar schöne Retro-Rechner gebaut...... und auch die Zahl der Röhrenmonitore ist gegenüber letztem Mal angewachsen.
Somit ist nun eine richtig authentische Oldschool-LAN-Atmosphäre gegeben! 😊
Da die Zahl der Mitspielenden wie schon letztes Mal vorab etwas unklar war, habe ich im Wohnzimmer noch fix eine "Außenstelle" mit zwei Rechnern aufgebaut.
Und mit einer "Chillout-Ecke" mit PlayStation2:
Hier lief meistens Dragon Ball oder Tekken
Als weitere Neuerung gab es diesmal einen richtigen, zeitgerechten, Windows 2003 Server, welcher nicht nur als DHCP und Fileserver fungierte, sondern auch als dedizierter Spiele-Server Quake3, Counter-Strike und UT99 laufen ließ. 😎
Am meisten gespielt haben wir dann aber Diablo II. Stundenlang, bis in die Nacht...
Auch ansonsten wieder wie immer: viel Spaß, alte Spiele zocken und Fachsimpeln und in Erinnerungen schwelgen bei reichlich Pizza und Junkfood. 😅
Nur mein Bruder hatte das Ernährungskonzept auf LAN-Parties irgendwie nicht so recht verinnerlicht und fing dann plötzlich mitten in der Nacht an, Teig für Körnerbrötchen zu machen:
🤣
Die alten PCs haben die LAN relativ gut mitgemacht. Nur der Zebra-Rechner von der Retro-LAN VII war schon wieder zickig und musste zwischendurch durch einen Ersatzrechner ausgewechselt werden.
Und der Toaster-PC hatte einen nervig-lauten Lüfter, so dass auch dieser spontan abgelöst wurde. - Jedoch war auf dem Tisch kein Platz mehr und das Monitorkabel ein paar Zentimeter zu kurz bis zum Rechner unter dem Tisch. Also haben wir den Ersatzrechner kurzerhand auf den Kopf gestellt um die Grafikkarte das fehlende Stück näher zum Monitor zu bringen:
So geht's auch.
Nachdem ich am Freitag den halben Tag mit Aufbau beschäftigt war, gilt es nun alles wieder aufzuräumen und in Küche und Wohnzimmer den Normalzustand wiederherzustellen...
Das alles und noch viel mehr muss jetzt wieder an seinen Platz finden! 😫
Da nicht jeder in gleichem Maße mit dem Retro-Gaming-Virus angesteckt ist, sind Leihrechner für Gäste für diese Art von LAN-Party schon sinnvoll, aber bei der Menge an Hardware ist das inzwischen auch ganz schön viel Auf- & Abbauarbeit.
Konzeptuell muss ich mir da also wohl mal etwas überlegen, damit die Oldschool-LAN weiter wachsen kann. 🤔